Bezirkskapellmeister Walter Baldinger lud dazu den bekannten Komponisten und Dirigenten Michael Klostermann ein, der bei diesem Workshop zuerst die theoretischen Grundlagen thematisierte und unter anderem die Besonderheiten der stilistischen Ausführung der „Böhmischen Polka“ und des „Böhmischen Walzers“ in den Vordergrund seines Vortrags stellte.

Klostermann erzählte über die Entstehung der speziellen Böhmischen Blasmusik: Nach dem 2. Weltkrieg kamen drei Familien aus dem Böhmerwald und Egerland in einem kleinen deutschen Ort durch Zufall zusammen und begannen dort gemeinsam zu musizieren. „Die Verbundenheit dieser Musiker hat mich als kleiner Bub schon sehr fasziniert“, erzählte Michael Klostermann und berichtete weiters, dass sein Vater, von dem er viel gelernt hatte, meinte, dass sich hier „etwas gebildet hat, wo sich unsere Musik weiterentwickeln kann; hier haben wir den Samen unserer Kultur weitergetragen.“ Klostermann zitierte auch den legendären Ernst Mosch mit dem Satz „Was man im Blut hat, muss man nicht lernen.“. Entwickelt habe sich die Böhmische Musik in den bunt zusammengewürfelten k. und k. Regimentskapellen früherer Zeit, die sich aus Musikern unterschiedlicher Länder zusammensetzten. „Polka und Walzer, das ist Rhythmus und den brauchen wir für die Tanzmusik“, so Klostermann weiter, der mit vielen Notenbeispielen und akustischen Zitaten stilistische Fragen klärte.

Nach der Pause arbeitete Michael Klostermann mit dem eigens für die ITB zusammengestellten Auswahlorchester mit hervorragenden Musikerinnen und Musikern des Bezirkes in einer Lehr- und Arbeitsprobe die Feinheiten des Spiels Böhmischer Musik heraus, indem er immer wieder auf einzelne Besonderheiten in der Phrasierung hinwies. Die Teilnehmer des Workshops nahmen die Tipps mit Interesse aus und stellten dem Vortragenden auch interessierte Fragen.

Abgerundet wurde der Nachmittag durch eine spezifische Noten- und Tonträgerausstellung in Zusammenarbeit mit dem Musikhaus Schwaiger aus Vöcklabruck.

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